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Dienstag, 24. November 2015

R als Tool für die digitale Kunstgeschichte

R ist ein statistisches Softwarepaket, das über das Internet zur Verfügung gestellt wird. Es handelt sich um ein sogennates Open Source Projekt, bei dem der komplette Quelltext der Software eingesehen werden kann. Danach kann es auf unterschiedlichen Betriebssystemen verwendet werden, unter anderem Mac OS X, Linux, Sun Solaris und Windows. R zeichnet sich durch eine praktisch unbegrenzt mögliche Erweiterung durch neue Funktionen und Verfahren aus. Neben dem gut ausgetesteten Basispaket, welches bereits eine hohe Funktionalität hinsichtliche statistischer Verfahren und grafischer Darstellungsmöglichkeiten für Daten besitzt, gibt es eine große Anzahl an zusätzlichen R-Paketen mit modernsten statistischen Verfahren für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke. 
Wenn man noch nie programmiert hat, ist es sehr hilfreich sich mit den Grundlagen vertraut zu machen. Als ersten Einblick sind YouTube Tutorials sehr empfehlenswert. (vor allem DIESES)
In diesem Blogpost erläutere ich kurz ein paar grundlegende Begriffe anhand von einigen Beispielen. 

Der erste Schritt ist in R Studio unter File --> New File ein "R Script" zu erstellen. Über der Konsole öffnet sich unsere Quelltext Editor. Hier können wir unsere Befehle eingeben, die dann in der Console ausgeführt werden. 

Ein essentieller Bestandteil des Programmierens sind zuallererst Variablen.  
Eine Variable ist eine Art Speicher, den man flexibel mit verschiedenen Datentypen füllen kann. Der Name einer Variable muss in R immer mit einem Buchstaben beginnen. 
Beispiel: 
b = 8
b <- 8 (der Pfeil ist für R das Üblichste)
assign (“ham“, 71)
Mit Variablen kann man mathematische Operationen durchführen wie Addition, Subtraktion, Division, Potenz etc. R funktioniert also wie ein großer Taschenrechner.

Merke: Variablen können nicht nur Nummern beinhalten sondern auch Textzeichen oder ein Datum.

Mit Hilfe der class –Function kann man sich den in einer Variablen hinterlegten Informationstypus ansehen:
Beispiel
> a <- 20
> b <- "kathi"
> class (a)
[1] "numeric"
> class (b)
[1] "character"

Vektoren:
Ein Vektor ist in R eine Liste von Elementen, das kann sehr hilfreich bei vielen Daten sein.
Der Nutzen von Vektoren ist, dass man eine mathematische Operation ganz einfach auf alle Inhalte des Vektors anwenden kann.  
1. Möglichkeit einen Vektor darzustellen: 
avektor <- c(1,2,3,4,5)
2. Möglichkeit einen Vektor darzustellen: 
bvektor <- 1:100

Mit Hilfe der length-Function kann man ganz leicht die Länge eines Vektors ermitteln.

Data.frame: 
Mithilfe von data-frames lassen sich mehrere Vektoren zu einer Datentabelle verknüpfen. Diese Datentabelle kann Vektoren verschiedenen Typus enthalten (character, numerisch etc.). Die Vektoren sollten allerdings gleich lang sein, also gleich viele Elemente beinhalten. Mit der data.frame()-Function lässt sich eine solche Datentabelle erstellen und zuweisen: 

Beispiel: 
id <- 1:15
alter <- c(17,22,58,54,26,37,54,35,22,31,34,25,39,76,66)
name <- c("Kathi","bob", "lili", "ana", "leni", "otto", "gabi", "uli", "chris", "ute", "andy", "tom", "robert", "lisa", "tim")
x <- data.frame(id,alter,name)
x


Wie man ganz bestimmte Elemente in der data.frame abruft:

x$alter Das Dollerzeichen ist ein Operator und sagt: "Gib mir die Spalte alter"
oder: 
x[]     
x[2,2]  bei zwei Zahlen in eckigen Klammern steht die Erste für die Zeile, die Zweite für die Spalte
x [3, 1:3] sagt: Zeige mir von der data.frame x Zeile 3 + Spalte 1-3


Wir wollen jetzt endlich zur Tat schreiten und einen Datensatz auswerten.
Als Beispiel dafür nehmen wir die Datei Artworks.csv (comma seperated value). Das ist der freizugängliche Datensatz des MOMA's.

Dazu laden wir uns den Datensatz herunter. Anschließend klicken wir rechts oben auf "Import Dataset"--> "From Text File" wählen unsere Datei aus und importieren sie. 

Nun sehen wir in unserem Quelltext Editor die Datentabelle. Wir können diese nach unterschiedlichen Kriterien mit dem Filter sortieren. 
Ein wirklich tolle Funktion in R ist die summary()-Function.
Mit diesem Befehl wird uns eine Übersicht über die Top 6 jeder Kategorie angezeigt: 


So sehen wir z.B. dass der häufigste Künstler Eugène Atget ist. Oder dass 10966 Kunstwerke aus der The Louis E. Stern Collection sind. Mit nur einer Zeile kann man sich in Nullkommanichts einen Überblick verschaffen! 

Besonders für die Kunstgeschichte kann so ein Programm, wenn man es beherrscht, eine wahre Arbeitserleichterung sein und Datensätze grafisch darstellbar machen. (Histogramme, Scatterplots, Boxplots etc.)
R ist ein sehr vielfältiges Programm, mit dem man sich jedoch eingehend und länger beschäftigen muss. 





Digitale Bildbearbeitung und kostenlose Alternative zu Photoshop? - GIMP

So kann GIMP (GNU Image Manipulation Program) installiert werden:

GIMP website:
http://www.gimp.org/

-> Downloads

 

1. wähle: Betriebssystem (Linux? Windows? OS X?)
2. wähle: Download GIMP 2.8.16 directly
3. Installationsanweisungen folgen
4. wenn möglich, als Option wählen, dass auch jpg und tiff Dateien geöffnet werden können
5. Am besten mit Verknüpfung zum Desktop erstellen (erspart uns unnötiges Suchen)

-> GIMP

Dienstag, 17. November 2015

Warum R, wenn es Excel gibt?

Vergleich der Histogramme des Entstehungsdatums der Werke aus der MoMa-Sammlung je mit Excel und R erstellt: Letzteres benötigt nur eine Code-Zeile.
(Vorher wurde die CSV-Datei importiert. Es handelt sich um alle Werte, die einfach in Zahlen umzuwandeln sind. Wie die magische Code-Zeile lautet, erfahren Sie morgen im Seminar.)

Samstag, 14. November 2015

10 Minuten Zeit für die Forschung?

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit "Neue Erkenntnisse durch digitale Methoden. Praktische Beispiele der Digital Humanities in der Forschung" mache ich morgen in der Sammlung Schack eine anonyme Umfrage. Ziel der Befragung ist ein Vergleich von Bildannotationen von Reproduktionen und Originalen. 
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr vorbeikommt =) Die Umfrage dauert nicht lange und jeder kann mitmachen!
Wann: Sonntag, 15.11.2015 von 11-16 Uhr
Wo: Sammlung Schack, Prinzregentenstraße 9
Sonntagseintritt ist nur 1 Euro




Freitag, 13. November 2015

So installiert ihr R:

2. Wähle dein Betriebssystem

3. (bei Windows) „Install R for the first time“ anklicken
4. „Download R 3.2.2 for Windows“ anklicken
5. In den Downloads sollte dann die Datei „R- (jeweilige Version)“ sein. Doppelklick und das Programm installieren
6. Jetzt muss man aber noch R-Studio downloaden. Mit diesem Programm arbeiten wir dann.
à hier das entsprechende Paket für euer Betriebssystem auswählen (Installers for Supported Platforms)

8. Das Programm installieren und öffnen
9. So sieht die Benutzeroberfläche dann aus: 

10. Links oben „File“  „New File“  „R Script“ anklicken
11. Um den Text in der Konsole verschwinden zu lassen: ctrl + l drücken

Donnerstag, 5. November 2015

Vortrag über digitale Methoden der Kunstgeschichte auf der FORGE-Konferenz

Vortrag von Harald Klinke: Empirische Daten für die Kunstgeschichte erzeugen mit Artigo Social Image Tagging

Konferenz „Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften“ (FORGE 2015), 18. September 2015 an der Universität Hamburg






Link: https://lecture2go.uni-hamburg.de/veranstaltungen/-/v/18307

Mittwoch, 4. November 2015

Offene Daten für die Kunstgeschichte

Kunsthistoriker brauchen offene Daten.
Erstens benötigt der Kunsthistoriker Informationen zu seiner Forschung. Das bedeutet zunächst Zugang zu Bibliotheken. Eine auf Kunstgeschichte spezialisierte Metasuchmaschine ist kubikat mit Werken des Kunsthistorisches Instituts Florenz, dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris und der Bibliotheca Hertziana in Rom. Eine allgemeine weltweite Metasuchmaschine ist der Karlsruher Virtuelle Katalog. Interessant sind sicher auch die Such-Tools des Getty. Direkten Zugriff auf digitale Zeitschriftenartikel gibt JStor (mein Favorit). Den Zugang über die LMU-Universitätsbibliothek erhalten Sie via E-Medien-Login (das ist eigentlich das Gegenteil von "offen").
Der Kunsthistoriker denkt visuell. Daher benötigt er Zugang zu Bilddaten. Das Kunsthistorische Institut der LMU hat eine solche Bilddatenbank namens Artemis. Dies ist Teil des verteilten Bildarchivs Prometheus. Eine weitere große Bilddatenbank kunsthistorischer Abbildungen ist Artstore.

Zweitens benötigt der Computer des Kunsthistorikers Informationen. In der nächsten Sitzung geht es um Tabellenkalkulation. Wir verwenden das freie Programm Open Office Calc. Als offene Daten verwenden wir die 120.000 Objekte des MOMA, die Sie auf Github finden (das ist Open Data). Mehr Informationen zu diesem Datensatz finden Sie hier.
Was man mit diesen Daten anstellen kann, zeigt Florian Kräutli in seinem Blog.
Visualisierung der MOMA-Sammlung nach der Zeit. Grün stellt das Medium Fotografie dar
(Florian Kräutli, MoMA on GitHub)

Linked Open Data kann viel mehr. Davon bekommt man einen Eindruck, wenn man sich Wikidata ansieht. Hier ein Beispiel.

Fazit: Hat man Daten, kann man damit selbst viel machen. Mehr entsteht, wenn man sie öffentlich macht: Open Data. Noch mehr, wenn man sie strukturiert und dokumentiert ablegt: Linked Open Data. Was mit Cultural Data möglich ist, zeigt der Kultur-Hackathon "Coding Da Vinci". Das brauchen wir auch für die Kunstgeschichte!

P.S.: Den in der letzten Woche erwähnte Blog von Thorsten Wübbena finden Sie unter hier.

Welche Links habe ich zu diesem Thema noch vergessen? Hinweise und Zusätze bitte unten in die Kommentare. Vielen Dank.