Mittwoch, 3. Februar 2016

Imageplot und seine Nützlichkeit in der Kunstgeschichte II.

ImagePlot bietet die Möglichkeit gesammelte Metadaten, nach den verschiedensten Kriterien als Diagramm zu visualisieren. Nun stellt sich natürlich die Frage, inwiefern man diese Software für die Kunstgeschichte verwenden kann.
Eine Möglichkeit die Software zu benutzen wäre beispielsweise für die Analyse über das Gesamtwerk eines Künstlers.
Dabei ist man aber mit höchster Wahrscheinlichkeit mit der Schwierigkeit konfrontiert sämtliche, benötigten Bildreproduktionen auch digital zu beschaffen. Trotz fortschreitender Digitalisierung der Kunstgeschichte und sehr guten digitalen Bilddatenbanken gibt es immer noch große Lücken, die es unmöglich machen 100% des Gesamtwerkes eines Künstlers digital abzudecken. Das Problem der Beschaffung des passenden digitalen Bildmaterials hängt natürlich auch von der Bekanntheit eines Künstlers ab. Interessant ist es aber vor allem mit Werken von nicht so bekannten Künstlern zu arbeiten da bei denen die Chance höher ist neue kunsthistorische Erkenntnisse zu gewinnen. Daher stoßen verschiedene Untersuchungsvorhaben unweigerlich bereits am Beginn an ihre Grenzen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Untersuchung einer bestimmten Schaffensphase aus dem Leben eines Künstlers. Wie hat sich beispielsweise sein Stil im Laufe der Zeit verändert oder welcher Farbton hat er zu welchem Zeitpunkt bevorzugt verwendet?
Konzentriert man sich aber nur auf eine Auswahl an Bilder, so trifft man schon vor der eigentlichen Visualisierung durch ImagePlot unausweichlich eine Bilderauswahl. Dies ist insofern fraglich, denn mit getroffener Vorselektion kann eine Analyse nicht 100% wissenschaftlich korrekt sein, da man diese Selektion ja mit seinen jeweils subjektiven Kriterien trifft.
Man kann aber auch Künstler und Gattungen gegenüberstellen und so hoffen neue Erkenntnisse zu entdecken.
So hat beispielsweise Megan O’Rourke, eine Schülerin Lev Manovichs, die Farbpalette von 630 Gemälden von sechs französischen Impressionisten untersucht. (Vgl. http://lab.softwarestudies.com/2012/04/visualizations-of-impressionist-artists.html)


                                       630 impressionistische Gemälde:
                               X-Achse= Helligkeit; Y-Achse= Farbton

Herausgefunden hat sie dabei lediglich, dass sich die Farbigkeit der Künstler sehr stark ähnelt.

Angesichts dieses Ergebnisses stelle ich mir die Frage ob man wirklich ImagePlot benötigt um auf diese Erkenntnisse zu kommen. Als Kunsthistoriker ist man es gewöhnt viele Bilder zu sehen, zu analysieren und zu vergleichen.  So ist die Software vielleicht eine Hilfe, da sie die Bilder als Miniaturabbildungen schön präsentiert aber ob sie wirklich behilflich dabei ist neue kunsthistorische Erkenntnisse zu  erarbeiten stelle ich dann doch infrage.
Nach der Auseinandersetzung mit dem Programmes komme ich für mich persönlich leider immer wieder auf das Ergebnis, dass das Programm zwar eine nette Spielerei mit digitalen Bildern ist aber keinen besonderen Mehrwert für die Kunstgeschichte hat. Vielleicht liegt meine Skepsis auch nur daran, dass ich für mich persönlich noch nicht das passende Untersuchungsvorhaben gefunden habe, damit sich für mich die Notwendigkeit dieses Programmes auch erschließt.

Interessiert man sich dafür was andere Personen mit ImagePlot gemacht haben so empfehle ich die Flickr-Seite der Software.
Nach der Betrachtung dieser unterschiedlichen Projekte, erkennt man aber erneut, dass das Programm, auch wenn es unter Leitung eines Kunsthistorikers kreiert wurde, doch primär für andere Bereiche wie die Soziologie genutzt wird.



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